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Ehrenamt, Seniorenheim, Birkenwiese
Birkenwiese, Ehrenamt, Seniorenheim, Birkenwiese, Ehrenamt, Seniorenheim, © Lisa Mathis
Ehrenamt, Seniorenheim, Birkenwiese
Birkenwiese, Ehrenamt, Seniorenheim, Birkenwiese, Ehrenamt, Seniorenheim, © Lisa Mathis

Lust auf Ehrenamt

Lust auf Ehrenamt

Haben Sie Lust, in Dornbirn ehrenamtlich mitzumachen? Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen. auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Menschen, die freiwillig "mehr tun" und dabei etwas für sich selbst und für andere leisten.

In der größten Stadt Vorarlbergs sind zahlreiche Menschen ehrenamtlich in Vereinen, Initiativen und Einrichtungen engagiert. Durch eine große Umfrage im Jahr 2019 wissen wir, dass mehr als die Hälfte der Vorarlberger:innen freiwillig engagiert sind, in Dornbirn wären das über 28.000 engagierte Menschen, das ist eine unglaubliche Zahl. Dazu kommen zahlreiche Dornbirner:innen, die sich einen ehrenamtlichen Einsatz vorstellen könnten. Dass es nicht dazu kommt, liegt häufig daran, das zu wenig konkrete Möglichkeiten bekannt sind. Das soll sich ändern. Im Dornbirner Gemeindeblatt und auf der Homepage der Stadt stellen sich ab sofort regelmäßig engagierte Dornbirner:innen vor und berichten aus ihrem Tätigkeitsfeld.

Die Tätigkeitsfelder für freiwilliges Engagement sind so vielfältig wie die Menschen selbst, von Katastrophenhilfs- und Rettungsdiensten, dem Sozial- und Gesundheitsbereich, Umweltschutz, Kultur, Freizeit und Sport, der Arbeit in Pfarren und Moscheen bis zur Unterstützung geflüchteter Menschen. All diese Menschen engagieren sich für andere und leisten damit einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das soziale Gefüge, sie tun aber auch etwas für sich selbst. Studien belegen eindeutig, dass Menschen, die regelmäßig anderen helfen, glücklicher sind und seltener depressiv werden. Laut einer Umfrage wären über 20 Prozent der Menschen bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren, wenn sie gefragt oder dazu eingeladen würden. Doch viele sind unsicher, welche Art des Engagements zu ihnen passt und sich mit ihrem Alltag vereinbaren lässt.

Es braucht also einen Anstoß, Beratung und nicht zuletzt gute Rahmenbedingungen.

Wer bereits auf den Geschmack gekommen ist und sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit in Dornbirn interessiert, kann sich bei der Stadt Dornbirn unter E buergerengagement​(at)​dornbirn.at oder T +43 5572 306 3104 melden.

Klicken Sie unten auf die kleinen Pfeile, um die Beispiele zu sehen: 

Wollen Sie sich ehrenamtlich Engagieren?

 

Mag. phil. Stefan Arlanch M.C.D.
T +43 5572 306 3104
M +43 676 833063104

Stadt Dornbirn
Gesundheit und Sozialplanung
Rathausplatz 2, 6850 Dornbirn
stefan.arlanch​(at)​dornbirn.at

  • Manfred Gmeiner - Radeln ohne Alter

    Chris, Trio und Rolly heißen sie, die drei Rikschas, mit denen ehrenamtliche Fahrer:innen ihre Gäste auf eine Ausfahrt mitnehmen. Manfred Gmeiner, gebürtiger Dornbirner im 67. Lebensjahr, ist mit allen dreien schon gefahren. Wie oft, das kann er schon lange nicht mehr zählen. Seit September 2018, vier Monate nachdem das Projekt Radeln ohne Alter auch in Dornbirn Fuß gefasst hat, ist er dabei. Er bezeichnet sich selbst als Bastler und Tüftler, der ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. So sprüht er vor Ideen, wie das kostenlose Angebot der Rikschafahrten noch mehr Menschen zugutekommen kann. Nicht wenige der Fahrgäste sind demenziell erkrankt, was für ihn ein großes Lernfeld war. Mittlerweile habe er in dieser Hinsicht viel gelernt, Vorträge über Demenz besucht und gehe anders auf Menschen zu, sagt er.

    Für ihn ist es weniger sportliche Bestätigung - die Rikschas werden mit einem zugkräftigen Akku unterstützt und dürfen nicht schneller als 15 km/h fahren - sondern vielmehr die Möglichkeit, den zumeist älteren Fahrgästen eine Freude zu machen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Die meisten Fahrgäste haben kein bestimmtes Ziel, sondern freuen sich darüber, wenn jemand mit ihnen Zeit verbringt und auf sie eingeht. Zwei Frauen haben zu ihm gesagt: „Fahr nur. Wir wollen einfach genießen.“ Und so ist er mal Reiseführer, der seinen Gästen Dornbirn und Umgebung zeigt, mal ein Begleiter zu einem Besuch des Möckleburs. Der intensive Kontakt zu den Fahrgästen und ihre Dankbarkeit und Freude ist es, was Manfred Gmeiner ebenfalls mit Freude erfüllt. “Die Gäste sind dankbar, einfach dankbar und haben so eine Freude. Und das ist wirklich schön,“ erklärt Manfred Gmeiner mit einem Lächeln.

    Die Organisation

    Die Idee stammt ursprünglich aus Dänemark. Seit 2013 haben sich unzählige Städte und Gemeinden dieser Bewegung angeschlossen. Allein in Vorarlberg sind es 14 Standorte.

    Radeln ohne Alter eröffnet Senior:innen mit mobiler Einschränkung die Möglichkeit mit einem Rikscha auf einen Ausflug oder auch nur eine kleine Ausfahrt mitgenommen zu werden. Und das kostenlos. Ob alleine oder mit Begleitung, ein Fahrer ist stets Reiseführer, Gesprächspartner, Chauffeur in einer Person und bringt Freude und Abwechslung in das Leben der Fahrgäste.

    Das Projekt Radeln ohne Alter existiert seit Mai 2018 in Dornbirn. Die Rikschas wurden von der Stadt Dornbirn finanziert, die Organisation ist im Fahrradverein Dornbirn integriert. Aktuell treten zehn Stammfahrer:innen in die Pedale. Im Frühjahr 2021 wurde zudem eine rollstuhltaugliche Rikscha angeschafft, wodurch der Kreis an möglichen Fahrgästen erweitert werden konnte.

    Wer selbst Interesse an einer Ausfahrt hat oder jemandem eine Freude machen möchten, kann unter der Telefonnummer +43 676 833 063 309 oder per Mail an radelnohnealter​(at)​rv-dornbirn.at eine Ausfahrt buchen. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://radelnohnealter.at/

    Lust auf Ehrenamt - Manfred Gmeiner
    Lust auf Ehrenamt - Manfred Gmeiner, © Stadt Dornbirn
  • Renate Hilbe - Das Herz des Seniorentreffpunktes

    Renate Hilbe lacht viel und packt gerne mit an. Seit über 13 Jahren arbeitet sie ehrenamtlich im Seniorentreffpunkt Schoren/Hatlerdorf und hilft mit, dass hier alles gut läuft und die rund 80 Gäste zufrieden sind und gerne wiederkommen. Obwohl der Nachmittag offiziell erst um halb drei beginnt, treffen die ersten Besucher:innen oft schon eine Stunde früher ein. Aber nicht nur die Gäste kommen gerne, auch Renate Hilbe engagiert sich mit großer Freude: „Mit alten Menschen kann ich einfach gut. Ich bin offen und fröhlich, und das schätzen sie.“ Es kommt auch ganz viel zurück an Freude und Dankbarkeit. Dazu jede Menge Abwechslsung: Einmal im Jahr gibt es einen gemeinsamen Ausflug, sowie eine Aktion über die Trinkgeldkassa und noch ein Geschenk zu Ostern und Weihnachten. Das ist für sie aber nur ein Nebengrund für ihr Engagement.

    Dass die Arbeit Spaß macht, liegt auch an den anderen 20 Helfer:innen, die alternierend auf zwei Teams aufgeteilt sind. Ob beim Einkauf, dem Vorbereiten der Räume oder der Zubereitung des Essens und dem Bedienen: es gibt viel zu tun. Aber alle arbeiten in ihrem Tempo und es gibt ein schönes Miteinander. Stolz ist Renate Hilbe auf ihren Spezialtee mit etwas Rotwein und vielen geheimen Zutaten, der im Treffpunkt über den grünen Klee gelobt wird. Renate Hilbe hat sich schon zu Beginn ihres Engagements sehr gut aufgenommen und gleich wie zuhause gefühlt. „Aus Kolleginnen wurden sogar Freundinnen. Mittlerweile gibt es eine Jassrunde und wir treffen uns auch privat“, erzählt die fröhliche 70-Jährige. Die nächsten fünf Jahre bis zum 75. Geburtstag will Renate Hilbe auf jeden Fall noch weitermachen, wenn es die Gesundheit zulässt, auch noch länger. An Unterstützung im Treffpunkt wünscht sie sich Männer, die beim Reintragen der großen Tische behilflich sind. Eine halbe Stunde würde da schon genügen.

    Die Seniorentreffpunkte

    In Dornbirn gibt es fünf Seniorentreffpunkte: im Pfarrsaal Schoren, im Kolpinghaus/Jahngasse, im Pfarrheim Rohrbach (jeden Montag ab 14:30), im Pfarrsaal Oberdorf (jeden Dienstag ab 14:30) sowie im Pfarrheim Haselstauden (Jeden ersten Dienstag im Monat ab 14:30). Die Treffpunkte bieten ein geselliges Zusammensein für Senior:innen mit einem Unterhaltungsprogramm, Essen und Trinken. Alle Menschen ab 60 Jahren sind herzlich dazu eingeladen, die Treffpunkte ihrer Wahl wöchentlich zu besuchen. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Der Kostenbeitrag für eine Jause beträgt pro Nachmittag jeweils 5,50 Euro. Räumlichkeiten, Programm und Verpflegung werden von der Stadt Dornbirn finanziert. Die Organisation und Durchführung der Nachmittage obliegt zur Gänze ehrenamtlichen Helfer:innen. Weitere Unterstützung ist sehr willkommen. Sollte Sie Interesse an einer Mitwirkung haben oder einfach nur zum Schnuppern kommen wollen, dann melden Sie sich bei Stefan Arlanch unter T +43 5572 306 3104 oder E stefan.arlanch​(at)​dornbirn.at. Nähere Informationen erhalten sie dann bei den Leiterinnen der Treffpunkte.

    Lust auf Ehrenamt Renate Hilbe
    Lust auf Ehrenamt Renate Hilbe, © Stadt Dornbirn
  • Stefan Lutz - Basteln tüfteln, digitalisieren

    Als Besucher fühlt man sich gleich wie in der Werkstatt von Daniel Düsentrieb: Eine digitale Sitzbank, ein selbstfahrender Bürostuhl, eine sprachgesteuerte Wasserfontäne, eine elektronische Süßigkeitenschleuder und vieles mehr. Hinter diesem Zukunftslabor, das im ehemaligen Postgebäude an der Ach untergebracht ist stecken Pioniere. Einer von ihnen ist Stefan Lutz. Kein „Computer Nerd“, sondern ein leidenschaftlicher Tüftler und Bastler. Ursprünglich viele Jahre in der Gastronomie tätig, hat er sich die Fähigkeiten, die es in diesem Labor braucht, fast zur Gänze selbst beigebracht. Jeden Donnerstag schraubt und bastelt er mit Gleichgesinnten oder Besuchern im Maschinenraum, dem Makerlab der digitalen Initiativen. Angesteckt mit seiner großen Leidenschaft wurde er über eine Einladung zum Umma Hüsla Hackathon.

    Das ist ein 28-Stunden-Event, bei dem sich Teilnehmende aus allen Sparten zusammenfinden um im Team oder auch alleine nützliche, kreative oder unterhaltsame Prototypen und Projekte umzusetzen. Ziel des Vereins „Plattform für digitale Initiativen“ ist es, einen Funken zu Zünden, der verrückte Ideen zur Welt bringt. Die Devise dabei lautet: „Selber machen! Lernen, was man dazu braucht.“ Stefan Lutz ist seit vielen Jahren Teil des Vereins und insbesondere für die Initiative Maschinenraum aktiv. Auch wenn es eine Reihe strategischer Partner und Unternehmen gibt, die den Verein unterstützen, der Löwenanteil geschieht ehrenamtlich. „Einer unserer größten Konkurrenten sind die Videospiele. Sobald Jugendliche angefangen haben zu spielen, ist es oft vorbei mit dem basteln und tüfteln“, lacht Stefan Lutz. Dann kommt der Feuereifer für die digitalen Innovationen ganz von selbst. Ihm ist es dabei selbst als Jugendlicher nicht anders ergangen. Und wer einmal Mal Feuer gefangen hat, kommt wie Stefan Lutz gerne wieder und verbindet Ehrenamt und Hobby zu einem kreativen Projekt.

    Digitale Initiativen

    Die Plattform für digitale Initiativen ist eine Organisation von engagierten Menschen, die sich mit neuen Technologien, Konzepten und Trends beschäftigt. Die Gründer verstehen diese als Denkwerkstatt mit dem Ziel, gemeinsam mit den Menschen der Region den Funken der Digitalisierung zu zünden. Interessierte Menschen aus allen Bereichen und in allen Altersgruppen sind eingeladen, Ideen mitzubringen, gemeinsam und tatkräftig zu entwickeln, zu tüfteln und zu basteln oder selbst eine Initiative zu starten. Der Verein bildet das Mutterschiff für diverse Initiativen und Projekte, führt Workshops mit Schulklassen durch, organisiert Veranstaltungen wie den Umma Hüsla Hackathon oder stellt Räume und Maschinen wie Lasercutter und 3D-Drucker sowie Unterstützung für Interessierte zur Verfügung. Weitere Informationen zum Verein und seinen Tätigkeitsfeldern finden Sie unter https://digitaleinitiativen.at/

    Lust auf Ehrenamt Stefan Lutz
    Lust auf Ehrenamt Stefan Lutz, © Stadt Dornbirn
  • Ilse Dreher - Die Nahversorgerin des Lesens

    Ilse Dreher hat sehr gerne mit Menschen zu tun. Und mit Büchern. Diese Kombination hat sie in die Stadtteilbücherei Haselstauden geführt. Nach ihrer Pensionierung hat sie lange überlegt, was sie ehrenamtlich machen könnte. Über eine Freundin hat sie dann den entscheidenden Tipp bekommen, erzählt Ilse Dreher: „In der Bücherei habe ich etwas gefunden, was mir auf Anhieb zugesagt hat. Alle zwei Wochen ein paar Stunden, das ist genau das, was neben der Betreuung meiner Mutter und der Beschäftigung mit meinen Enkeln zeitlich gut möglich ist.“ Sie ist zuständig für den Verleih, ordnet Bücher ein und berät fallweise bei Bedarf Besucher:innen zu den gewünschten Themen.

    Als passionierte Leserin kann sie aus einem reichen angelesenen Erfahrungsschatz schöpfen und gute Tipps geben. Die Organisation liegt ihr sehr, was sie auch als Helferin bei der Gymnastrada schon zweimal unter Beweis gestellt hat. Ilse Dreher liebt es, wenn viel Trubel herrscht. In der Stadtteilbücherei die zugleich auch Schulbücherei ist, ist das oft der Fall. Hier sind insgesamt 13 Helfer:innen ehrenamtlich tätig, jeweils zwei pro Team. Der gute Zusammenhalt im Team und das schöne Miteinander tragen wesentlich zur Freude an der Tätigkeit bei. „Wir sind schon fast alle zwischen 50 und 60, da wäre es schön, wenn ein paar Jüngere dazukämen“, wirbt Ilse Dreher um Nachwuchs. Sei selbst möchte auf jeden Fall noch lange weitermachen. Und sollten sich irgendwann andere Türen für weitere Tätigkeiten öffnen, würde sie sicher nicht nein sagen.

    Stadtteilbüchereien

    Neben der großen Stadtbibliothek sind die Stadtteilbüchereien die wichtigsten Nahversorger des Lesens. Fünf davon gibt es in Dornbirn, alle mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Stadtteilbücherei Haselstauden ist angeschlossen an die Mittelschule. Hier gibt es eine große Vielfalt an Spielen und viele Bücher für junge Leser:innen. Ausleihen kann jeder, der einen Kulturpass besitzt oder eine Bibliothekskarte, die für sämtliche Büchereien in Dornbirn gelten. Alle Mitarbeitenden tun dies auf ehrenamtlicher Basis, wie die Leiterin Sabine Albrich. Sie wird nach 17 Jahren bald ihr Amt zurücklegen. Eine Nachfolge wird dringend gesucht.

    Lust auf Ehrenamt Ilse Dreher
    Lust auf Ehrenamt Ilse Dreher, © Stadt Dornbirn
  • Margarethe Felderer - In guter Nachbarschaft

    Margarethe Felderer - In guter Nachbarschaft

    Diego ist immer voller Freude, wenn Margarethe Felderer klingelt. Diego ist der Hund der Nachbarin, mit dem sie regelmäßig hinausausgeht, weil diese körperlich und beruflich kaum mehr in der Lage dazu ist. Margarethe Felderer wollte immer einen Hund, hatte aber nie die Zeit, sich wirklich um einen eigenen zu kümmern. Margarethe Felderer singt in einem Chor, macht Kantorendienst in der Pfarre Rohrbach und spielt in einer Flötengruppe. Dazu ist sie in der Seniorenbörse aktiv. Und dies schon seit so vielen Jahren, dass sie sich gar nicht mehr genau daran erinnern kann, wie sie dazu gekommen ist. Sie begleitet einige Personen zum Einkaufen und behördlichen Gängen, hilft bei kleinen Näharbeiten und geht zweimal in der Woche mit einer Frau im Rollstuhl ins Hallenbad.

    Neben der Freude am Tun ist es die Wechselseitigkeit von Geben und Nehmen, die Margarethe Felderer an der Seniorenbörse begeistert. „Die Grundidee ist, dass es wirklich nur funktioniert, wenn es Leute gibt, die bereit sind, mehr zu geben als sie in Anspruch nehmen wollen,“ erzählt sie. Und wer gibt, bekommt und Umständen auch etwas, mit dem gar nicht zu rechnen war. So hat beispielsweise hat Margarethe Felderer die Möglichkeit, den Swimmingpool eines 95-jährigen blinden Herrn, den sie betreut, zu nutzen, was für sie ein großes Stück Lebensqualität darstellt. Und als Dank für Ihre Zeit mit Diego kommt sie regelmäßig in den Genuss von Kaffee und Kuchen bei ihrer Nachbarin. Als einziges Mädchen unter fünf Kindern musste sie viel Rücksicht nehmen und hat so eine große Hilfsbereitschaft von früh auf entwickelt. „Meine Mutter war schon so, dass sie extrem viel gemacht hat. Dass ich da eine Parallele habe, ist mir erst viel später bewusstgeworden,“ sagt Margarethe Felderer. Und so ist es auch kein Zufall, dass sie in ihrem Leben Berufe gewählt hat, in denen sie immer Hilfestellung geben konnte, sei es als Kindergärtnerin oder als Seniorenbetreuerin. Für die Seniorenbörse und diejenigen, die sie dort begleitet, ist Margarethe Felderer ein Glücksfall. „Aber die Seniorenbörse ist auch ein Glücksfall für mich selbst,“ sagt die tatkräftige Dornbirnerin lächelnd.

    Die Seniorenbörse

    Seniorenbörsen haben sich in vielen Städten und Gemeinden etabliert. Der Erfolg liegt in der einfachen Idee, dass Senior:innen anderen Senior:innen in den Bereichen helfen, die nicht von professionellen Anbietern und anderen Einrichtungen abgedeckt werden. Und dabei Freude erleben, Sinn erfahren und nebenbei neue Kontakte knüpfen können. Wer Unterstützung benötigt, kann der Börse mitteilen, um welche Dienstleistung es sich handelt. Mitarbeiter:innen der Seniorenbörse bringen Angebot und Nachfrage zusammen und vermitteln kostenlos. Die Abwicklung der Tätigkeiten liegt anschließend bei den Partner:innen. Die Seniorenbörse in Dornbirn besteht seit 2012. Im vergangenen Jahr wurden von 535 Mitgliedern 1.154 Aufträge abgearbeitet. Das Büro befindet sich in der Höchsterstraße im Familienzentrum Treffpunkt an der Ach. Es ist jeweils Montag von 8:30 bis 11:30 Uhr besetzt. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter www.senioren-boerse-dornbirn.at oder unter der Telefonnummer +43 650 595 2686.

    Margarete Felderer
    Margarete Felderer, © Stadt Dornbirn
  • Marie Sottopietra - Vom Überbrückungsjahr zum Orientierungsjahr

    Marie Sottopietra - Vom Überbrückungsjahr zum Orientierungsjahr

    „Ich wusste einfach noch nicht genau, welchen Ausbildungs- oder Berufsweg ich einschlagen sollte,“ erzählt Marie Sottopietra. Und obwohl sie zunächst andere Pläne hatte, entschied sie sich dann doch für ein freiwilliges soziales Jahr in der OJAD, der offenen Jugendarbeit Dornbirn. Sie kannte die OJAD von früher, hatte bereits Kontakt mit Ehrenamtlichen, insofern war es kein Schritt ins Unbekannte. Neu war jedoch, was hinter der Türe des vor ihr liegenden Jahres an vielfältigen Erfahrungen für sie bereitgestellt war. So wurde ihr die Möglichkeit geboten, sich in unterschiedlichsten Tätigkeiten und Projekten, etwa beim Bardienst, bei der Nachhilfe oder bei der Arbeit mit Jugendlichen zu erproben und auszuprobieren. Maßgeblich lag es an ihr, dass die sogenannte „Mitbestimmungsgruppe“ zu neuem Leben erweckt wurde. In dieser treffen sich Jugendliche regelmäßig vollkommen freiwillig und setzen Ideen und Projekte, etwa der Besuch eines Kraftwerks oder des Europaparks selbständig um.  Die größte Entdeckung jedoch war sie selbst: Dass sie eine besondere Begabung zur Eventgestaltung hat, wäre ihr nie in den Sinn gekommen. Schließlich ergab sich nie eine Gelegenheit, dies auszuprobieren. In der OJAD konnte sie eine riesige Veranstaltung, die League of Legends World Finals (ein Videospiel) selbstständig vorbereiten und Programm, Gewinnspiele, Technik, Catering, und noch viel mehr organisieren und zu einem großen Erfolg machen. So wurde durch das riesige Experimentier- und Gestaltungsfeld aus einem Überbrückungsjahr letztlich ein Orientierungsjahr, in dem sie zu sich selbst gefunden hat, resümiert die tatkräftige junge Frau: „Für mich ist jetzt klargeworden, dass ich im sozialen Bereich eine Ausbildung machen werde: Als Jugendarbeiterin, Freizeitpädagogin oder Sozialarbeiterin.“ Und dem Organisieren von Events wird sie sicher auch treu bleiben.

    OJAD und Freiwilliges Sozialjahr

    Das Freiwillige Sozialjahr soll jungen Menschen dazu verhelfen herauszufinden, ob sie ein sozialer Beruf anspricht. In Vorarlberg nehmen jährlich rund 120 junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren daran teil. Ihnen stehen rund 100 Einsatzplätze bei verschiedensten sozialen Einrichtungen zur Verfügung. Nach dem Aufnahmegespräch erhalten die Bewerber:innen zwei bis drei für sie passende Einsatzstellen. Sind diese in einer Organisation gelandet, arbeiten sie 30 Stunden in der Woche, wobei sie einen Tag pro Woche in der Kathie-Lampert-Schule verbringen. Nähere Informationen sind unter http://www.sozialesjahr.at/ zu finden.

    Die OJAD besteht seit 30 Jahren und ist seitdem stetig gewachsen. Die Palette reicht mittlerweile von mobiler Jugendarbeit, dem Pflichtschulabschlussprojekt Albatros, den Arbeitsmöglichkeiten bei Job Ahoi, dem Kulturcafé Schlachthaus, den Offenen Betrieben in den Jugendtreffs Arena und Mädchen*treff, bis hin zu verschiedensten einzelnen Projekten. Was sie aber all die Jahre war und bis heute geblieben ist: ein Ort für Begegnung auf Augenhöhe, ein Ort für Persönlichkeitsbildung und Kompetenzaneignung, ein Ort für Jugendkultur, Spaß und Freizeit und für viele Jugendliche ist die OJAD zur Familie geworden. Nähere Informationen zur OJAD und deren Angeboten finden sie unter https://www.ojad.at/

    Marie Sottopietra
    Marie Sottopietra, © Stadt Dornbirn
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