Wind im Haar

04.12.2018: Fahrradfahren verlernt man nie. Nur leider spielt bei manchen irgendwann der Körper nicht mehr mit.

Frieda fuhr mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln an den Alten Rhein

Frau und Herr Galik genießen die Fahrt entlang der Dornbirner Ach mit Piloten Manfred Gmeiner

Ziel der Aktion „Radeln ohne Alter“ ist es, älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Erlebnis wehender Haare im Fahrtwind auf dem Fahrrad wieder möglich zu machen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer chauffieren ihre Fahrgäste bequem auf eigens von der Stadt angekauften Spezialfahrrädern durch die Stadt und die erste Zwischenbilanz ist sehr erfreulich,“ so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Im Frühling ist die Aktion gestartet und in dieser Zeit haben 50 Pilotinnen und Piloten in den 154 Ausfahrten rund 2.400 Kilometer zurückgelegt. Und dabei ihre Fahrgäste begeistert, wie diese Rückmeldung zeigt: „So ein tolles Geburtstagsgeschenk. Ich war schon drei Jahre nicht mehr außer Haus. Dabei bin ich früher so gerne geradelt.“ Wegen dieser tollen Akzeptanz und des großen ehrenamtlichen Engagements der Pilotinnen und Piloten schafft die Stadt Dornbirn für die Saison 2019 eine zusätzliches E-Bike als Rikscha an.


Die Fahrten sind Geschenke, die man sich gegenseitig macht“, erklärt der ehrenamtliche Helfer, der in die Pedale tritt. Auf den Ausfahrten haben Fahrer wie Passagiere – jene, die sich vielleicht allein nicht mehr aufs Rad trauen und jene, die es krankheitsbedingt nicht mehr können – gemeinsam jede Menge Freude und gute Laune. Auch die Menschen, an denen das Gespann vorbeifährt, lächeln. Eine Passantin sagt: „Toll, ich will auch sowas!“ Diese Rikscha-Fahrten für ältere Menschen sind weltweit organisiert. Die Dänen haben 2012 mit der Organisation „Cycling without age“ gestartet. Heute sind weltweit mehr als 1.000 Rikschas in 36 Ländern unterwegs. Anders als in Touristen-Rikschas sitzen die Passagiere in den – von der Stadt angekauften – Spezialrädern vorne und haben einen freien Blick auf das Geschehen um sie herum. „Das ist ja eine ganz andere Perspektive“, erklärt eine Passagierin mit einem Lachen. Sie sei schon lange nicht mehr so weit vom Pflegeheim an der frischen Luft unterwegs gewesen. Solch‘ eine Entfernung zu Fuß zurückzulegen, traue sie sich nicht mehr zu. Meist werde sie mit dem Auto gefahren. Deshalb findet die Idee großen Anklang. Bereits 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hat die Aktion „Radeln ohne Alter“ für sich gewinnen können. „Unser Ziel ist es, allen Menschen, auch wenn sie nicht mehr unabhängig mit dem Fahrrad unterwegs sein können, das Radfahren zu ermöglichen. Unsere Pilotinnen und Piloten holen die Senioren zu Hause ab und machen mit ihnen eine Fahrt ins Blaue, ob an der Ach entlang, quer durch die Stadt, ins Ried, in die alte Nachbarschaft,“ ergänzt Sozialstadträtin Marie-Louise Hinterauer. „Wir suchen übrigens noch fahrradbegeisterte Menschen, die sich gerne für die gute Sache engagieren.“


Pilotinnen und Piloten sind gefragt
Als Pilotin oder Pilot ist es Ihnen überlassen, wie häufig, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Sie ein oder zwei ältere Menschen auf ein Abenteuer mitnehmen möchten. Es soll nicht zur Pflicht werden, sondern aus Leidenschaft und Freude geschehen. Als Fahrerin oder Fahrer erhalten Sie ein Fahrsicherheitstraining (Dauer ca. eine Stunde) und sind haftpflichtversichert. Interessierte – sowohl Senioren, die gerne mitfahren, als auch Freiwillige, die sich gerne als Fahrer engagieren – können sich bei Christine Türtscher-Raidel, T: +43 676 83 306 3309 melden Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.rv-dornbirn.at