Umwelttheater „Titanic“

08.05.2018: Die Titanic war das größte, schnellste und luxuriöseste Schiff aller Zeiten, ein Wunderwerk der Technik, das nach damaligem Verständnis als unsinkbar galt. Groß war das Entsetzen, als dieses technische Wunderwerk von einem einzigen Eisberg versenkt wurde. Mit dem Theaterstück „Titanic – oder der Eisberg hat immer recht“ stellt „Café Fuerte“ uneingeschränkte Technikgläubigkeit, Luxus und Überfluss unserer Zeit in Frage und liefert mit Begriffen wie Einfachheit und Genügsamkeit eine Alternative.

Café Fuerte spielt diese Geschichte mit kleiner Maschinerie und großer Spielfreude. Wer Parallelen zu unserer heutigen Welt ziehen will, soll das gerne tun. Das Theaterstück, das von den e5-Gemeinden im Rahmen der Umweltwoche produziert wurde, wird am Montag, dem 4. Juni um 19:00 Uhr in der inatura in Dornbirn aufgeführt.

„Titanic“ – oder der Eisberg hat immer recht
Montag, 4. Juni, um 19:00 Uhr in der inatura Dornbirn
Der Eintritt ist frei aber: Wir bitten um Anmeldung unter naturschau(at)inatura.at oder T +43 676 83306 4770

Das Theaterstück: „Titanic als Sinnbild unserer Zeit“ Blinder Fortschrittsglaube, die Grenzen der Technik, überbordender Luxus, das Nebeneinander von Reichtum und Armut, Migration, Leben im Angesicht des Todes usw. Das ganze Schiff ist eine einzige Romeo und Julia Geschichte: Ein kurzes, heftiges Leben braucht einen schnellen Tod, damit es niemals durchschnittlich werden kann. Ohne diesen Hintergrund wäre die Liebesgeschichte, dargestellt von Kate Winslet und Leonardo di Caprio, eine völlig banale.

Für die Produktion „Titanic – der Eisberg hat immer recht“ wird die Liebe abseits gelassen – man konzentriert sich auf die Titanic als Sinnbild unserer Zeit. Zeit- und Gesellschaftskritik, vor allem wenn sie einen ökologischen Hintergrund hat, muss ja nicht von zwingend sperrig und besserwisserisch sein: Auf der Titanic fahren die Ärmsten der Armen in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika, während man in der ersten Klasse in Luxusappartments mit eigenem Promenadendeck reist und rauschende Feste feiert. Die Titanic wird mit dem fossilen Brennstoff Kohle gefeuert und rast schnurgerade in den Untergang. Alle vertrauen begeistert der Technik. Das Schiff kann nicht sinken, wiederholen alle. Und als sich das als fataler Irrtum herausstellt, trifft es zuerst die Ärmsten, für die es leider keine Rettungsboote mehr gibt.

Über Café Fuerte
„Café Fuerte ist eine Gruppe Theaterschaffende rund um Danielle Fend-Strahm und Tobias Fend aus Hittisau. In Vorarlberg wurden wir durch Stücke wie „Die Schwärzer“, das in und um Alphütten gespielt wurde, „Kaltes Land“ das auf einer Winter – Freilichtbühne aufgeführt wurde oder die satirische Theatersoap „Die Montanahls“, die die Raumentwicklung im Montafon begleitet, bekannt. Ob Satire, Drama oder Live – Hörspiel, immer geht es darum, dass Ort, Text und Inszenierung auf besondere Art zusammenwirken. Uns geht es nie um den Event, sondern immer um das besondere Theatererlebnis, das viele suchen. Wir bringen neues Theater an neue Orte abseits der Zentren und erreichen damit auch ein neues Publikum. Wir bringen Leute zum Theater, für die klassische Kulturhäuser elitär und abschreckend wirken. Mit unseren Projekten wollen wir eine Ergänzung zur bestehenden Theaterlandschaft aus den professionellen Theatern und Gruppen im Rheintal, den etablierten Festivals und den vielen Laienbühnen in allen Teilen des Landes sein. Für „Kaltes Land“ wurde Café Fuerte mit einer Prämie des Bundeskanzleramts Österreich ausgezeichnet.“