Rappenloch Dornbirn: Sicherung der Brückenwiderlager startet

08.11.2018: In dieser Woche beginnen die Arbeiten für die Sicherung des bergseitigen Widerlagers an der Rappenlochbrücke. Damit wird nicht nur der Brückenkopf der Behelfsbrücke, sondern auch für eine in den kommenden Jahren geplante neue Brücke über die Rappenlochschlucht langfristig stabilisiert.

Die Maßnahmen, die von einer Spezialfirma durchgeführt werden, sind auch für die weiteren Etappen der Sanierung der Schlucht wichtig. In weiteren Schritten soll eine Sprengung überhängender Felsbereiche und eine Vertiefung des Flussbettes für einen ungehinderten Abfluss der Ebniter Ache erfolgen. Dies ist eine wesentliche Maßnahme, um den Staufensee vor der fortschreitenden Verlandung zu schützen. Das gesamte Projekt wurde intensiv vorbereitet und geplant. „Ich bin froh, dass wir mit diesem wichtigen Projekt endlich beginnen können. Neben der Sicherheit in diesem geologisch sensiblen Gebiet ist es auch wichtig, das Naherholungsgebiet rund um die Rappenlochschlucht für die nächsten Generationen zu erhalten,“ berichtet Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.

Vor rund sieben Jahren riss ein Felssturz die Rappenlochbrücke in die Schlucht und verlegte das Flussbett der Ebniter Ache. Mit einer vom Bundesheer zur Verfügung gestellten Ersatzbrücke und einer neuen Steganlage durch das Rappenloch wurden in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen gesetzt. Außerdem wurde ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Sanierung dieses bedeutenden Naherholungsgebiets zwischen dem Kraftwerk Ebensand, dem Staufensee und der Rappenlochbrücke erarbeitet. Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann: „Es geht dabei vorwiegend um die Sicherheit sowohl für die Brücke als auch für den Staufensee, der in den vergangenen Jahren zunehmend verlandet ist. Die Maßnahmen sind wichtig, um eines der bedeutendsten Naherholungsgebiete Dornbirns erhalten zu können.“

Der Felssturz hatte das Bachbett der Ebniter Ache verlegt, und damit den Fluss bei Hochwasser regelmäßig angestaut. Dieses Problem hat Auswirkungen auf den Staufensee und in weiterer Folge sogar auf das Kraftwerk Ebensand der VKW. Tiefbaustadtrat Mag. Gebhard Greber: „Wegen der Barrierewirkung des Felssturzes konnte der Stausee seit dem Ereignis im Jahr 2011 nicht mehr gespült werden, was zu einer zunehmenden Verlandung geführt hat. Würden keine Maßnahmen gesetzt, könnte dies Auswirkungen auf die Staumauer und sogar auf die Stromerzeugung beim weiter oben liegenden Kraftwerk haben.“ Mit dem Konzept wurden konkrete Maßnahmen ausgearbeitet, die eine nachhaltige Sicherung ermöglichen.

Mehrere Abschnitte müssen saniert werden In den vergangenen Jahren konnte die Felswand, aus welcher der Felssturz abgebrochen ist, genau untersucht werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Beschaffenheit eine weitere Ankersicherung des Brückenkopfs der Rappenlochbrücke notwendig macht. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten kann bereits auch ein Brückenlager für eine zukünftige neue Brücke gebaut werden. Diese Sicherung, die noch heuer durchgeführt wird, ist die erste Maßnahme. Als nächster Abschnitt ist eine kontrollierte Sprengung des überhängenden Teils der Felswand vorgesehen. Diese Felsmassen bergen ein Sicherheitsrisiko und müssen deshalb abgetragen werden. Die Sprengung erfolgt im Anschluss an die Ankersicherung des Brückenkopfs. Anschließend wird im Bachbett eine Durchflusssektion für die Ebniter Ache geschaffen, damit zukünftig ein Aufstauen des Flusses beim Felssturz verhindert werden kann.

Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass der Eingriff möglichst schonend erfolgt und dass die Besucherinnen und Besucher des Rappenlochs auch zukünftig sowohl die Schlucht als auch den Felssturz als Naturereignis erleben können. Erst wenn die Ebniter Ache wieder ungehindert abfließen kann, ist eine behutsame und für den Unterlauf der Ache verträgliche Spülung des Staufensees über die dafür vorgesehene „Tunnelfalle“ wieder möglich. Seit dem Felssturz konnte der Staufensee nicht mehr gespült werden, weil die Sedimente, die in den Felssturz geflossen wären, eine unkontrollierbare Stauwirkung erzeugt hätte. Für den Unterlauf wäre dies eine Gefahrenquelle gewesen. Mit der Spülung des Sees ist auch der Betrieb des oberhalb des Staufensees gelegenen Kraftwerks Ebensand der VKW gesichert.