Kulturtage zum Thema Europa

07.05.2018: Die heuer bereits zum vierten Mal stattfindenden „Dornbirner Kulturtage“, die von den städtischen Kultureinrichtungen gestaltet werden, rücken das Thema „Europa“ in das Zentrum der kulturellen Auseinandersetzung.

Damit wird auch diese Veranstaltung ein Teil der Vorbereitung zur Bewerbung als „Europäische Kulturhauptstadt 2024.“ „Europa ist nach zwei furchtbaren Weltkriegen zu einem großen Friedensprojekt geworden, von dem wir seit Generationen profitieren. Und zwar nicht nur im Sinne wirtschaftlicher Prosperität, sondern vor allem auch im Hinblick auf den Reichtum unserer kulturellen Vielfalt- unserer Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Mit zahlreichen Veranstaltungen wollen wir die Gemeinschaft der europäischen Kulturen zeigen und erlebbar machen,“ erläutert Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann das Ziel der Kulturtage 2018 in Dornbirn. Die Veranstaltungen der Dornbirner Kulturtage finden bis zum 2. Juni statt.

In diesem Jahr übernimmt Österreich den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Im Jahr 2024 hat Österreich wieder die Chance, eine Europäische Kulturhauptstadt zu stellen. Dornbirn bereitet sich in Kooperation mit Feldkirch, Hohenems und dem Bregenzerwald sowie weiteren Partnern in der Region auf eine Bewerbung vor. Dornbirn hat – mitten im Herzen Europas – Seite an Seite zu den Nachbarländern Deutschland, Schweiz und Liechtenstein, die besten Voraussetzungen, sich in Europa noch stärker einzubringen und über Grenzen hinweg auszutauschen.

Einer der Höhepunkte der Dornbirner Kulturtage wird am Freitag, dem 25,. Mai das Europafest in der Innenstadt sein. Auf drei Bühnen wird auf hohem künstlerischen Niveau ein bunter Reigen mit Musik aus ganz Europa geboten. Studierende des Seminars Musikmanagement am Vorarlberger Landeskonservatorium präsentieren ein Programm der unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen auf drei Bühnen, zudem bereichern Ensembles und Solistinnen und Solisten der Musikschule Dornbirn diese Vielfalt an Musik. Ein Solo-Cello mit Bach-Partiten wird ebenso zu erleben sein wie die Volksmusik-Klasse mit Musik und Tanz von Evelyn Fink-Mennel oder Blechbläserensembles der Klassen Stefan Dünser und Lucas Oberer.
Europafest Freitag, 25. Mai 2018, ab 15:00 Uhr, Eintritt frei


Das Programm

Heimarbeit. Wirtschaftswunder am Küchentisch
Das Projekt „Heimarbeit in Vorarlberg“ will das „unsichtbare“ industrielle Arbeitsmodell Heimarbeit, seine Akteurinnen und Akteure und deren Leistung sichtbar machen. Themen wie das Rollenverständnis und Arbeit im ländlichen Raum, gesetzliche Rahmenbedingungen versus Alltagspraxis, Familienleben und Einkommen usw. werden untersucht und dargestellt. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Jahrtausendwende. Auch Übergangsformen zwischen Heim- und Fabriksarbeit – die Arbeit in kleinen Nähzirkeln oder in Fabriksaußenstellen werden mit berücksichtigt. Stadtmuseum Dornbirn bis 28.10.2018
Gefördert durch das Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ im Rahmen des IBK-Kleinprojektefonds 2015-20


Anton Pelinka: "Mehr Europa - was sonst?"
Europa war 1945 ein Kontinent, der sich selbst und die gesamte Welt an den Rand des Untergangs geführt hatte. Aus diesem mörderischen, diesem selbstmörderischen Kontinent wurde nach 1945 ein Kontinent des Friedens. Das war das Resultat eines Einigungsprozesses, dessen Ergebnis die Europäische Union ist. Diese war bisher durch zwei Entwicklungen gekennzeichnet: durch eine Erweiterung, die aus einer westeuropäischen eine gesamteuropäische Gemeinschaft gemacht hat; und durch eine Vertiefung, die an die Stelle unbeschränkt souveräner Nationalstaaten eine Machtteilung zwischen den einzelnen Staaten und der Union gesetzt hat. Dieser Prozess der Vertiefung ist nicht abgeschlossen - und eben deshalb umkehrbar. Anton Pelinka, seit 2006 Professor of Nationalism Studies and Political Science an der Central European University, Budapest; 1975 bis 2006 o.Univ.Prof. für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck.
Mittwoch, 9. Mai 2018, 19:00 Uhr, Stadtbücherei Dornbirn
Wir bitten um Anmeldung in der Stadtbücherei.


Europa erlesen, Europa erschmecken: 2 Abende mit Lojze Wieser
„Europa“, schreibt der „Grenzverleger“ und Schriftsteller Lojze Wieser, „kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg.“ Wieser, Kärntner Slowene, der zweisprachig an einer sprachlichen Grenze zwischen Ost und West aufwuchs, ist u.a. Verleger geworden ist, um einer Literatur eine Sprache zu geben, die in unserem Raum wenig Gehör fand. Mittlerweile sind im Wieser-Verlag rund 900 Bücher erschienen, davon 350 Übersetzungen aus dem ost- und südosteuropäischen Raum. Sein beharrliches Engagement für internationale Verständigung und Versöhnung zeigt sich auch in der erfolgreichen Serien „EE – Europa erlesen“ mit bislang knapp 140 Bänden und „WEEO – Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens“ (u.a. mit dem Band „Europa und die Grenzen im Kopf“). Große Popularität erlangte auch durch seine Buch- und Filmreihe „Der Geschmack Europas“ (ORF und 3sat), die neben den Blicken in die Kochtöpfe der vorgestellten Regionen auch geschichtliche, landschaftliche, geografische und kulturelle Hintergründe einfließen lässt.
Dienstag, 15. Mai 2018, 19 Uhr, FLATZ Museum, Marktstraße 33, Dornbirn:
Lojze Wieser: „Sprache, Kultur, Flucht, Menschenrecht: Das Hoffen wagen.“(Vortrag und Gespräch) Mittwoch, 16. Mai 2018, 19 Uhr vai (Vorarlberger Architektur Institut), Marktstraße 33, Dornbirn
Lojze Wieser: Das Elsass – „Der Geschmack Europas“ (Vortrag und Film)


Europafest in der Innenstadt
Freitag, 25. Mai 2018, ab 15:00 Uhr, Eintritt frei



Tanzportal #8: „Europa“
Die Tanzklassen der Musikschule Dornbirn öffnen dieses Jahr ihr Tanzportal zum Thema Europa. In Anlehnung an das Kinderbuch „Zugvögel“ von Michael Roher durchqueren Schülerinnen und Schüler den Kontinent und machen Halt an besonderen Orten. Sie lernen dort Vielfalt und Kultur einzelner Länder über den Tanz kennen. Von ursprünglichen Volkstänzen bis zu zeitgemäßen Choreografien. So erzählen kleine und große Tänzerinnen und Tänzer Geschichten vom Ankommen, Bleiben und Weiterziehen.
Lehrende der Musikschule spielen Tradiertes und Eigenes zum Tanzstück und verdeutlichen klanglich unterschiedliche Kulturräume Europas. Musik verbindet dabei die unterschiedlichen Länder und öffnet Grenzen, die es für Zugvögel nicht gibt.
Kinder und Jugendliche zeigen aus der Vogelperspektive „ihr“ getanztes Europa – ein Kontinent ohne Grenzen, der Vielfalt und der Toleranz.
Samstag, 2. Juni. 2018, 15:00 und 19:00 Uhr
Spielboden Dornbirn
Freier Eintritt
www.musikschule.dornbirn.at | www.facebook.com/musikschuledornbirn