Kinder sind ein Gewinn

13.06.2017: Spenden für einen guten Zweck – die stolze Summe von 9.999 Euro überreicht die Jägerschaft Vorarlberg dem Krankenhaus Dornbirn und dem Schülerclub. Gemeinsam mit starken Sponsoren sammelten die Vorarlberger Jäger im vergangenen Jahr jene Euros, die direkt Dornbirner Kinder zugutekommen. „Ein großartiges Engagement und eine wertvolle Unterstützung, die Betroffenen rasch und unkompliziert hilft“, freut sich Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Jeweils 3.333 Euro erhalten die Kinderschutzambulanz sowie die Kinderonkologie. Diese Abteilung hat sich in den vergangenen Jahren als zentrale Versorgungsstation in Vorarlberg etabliert. „Mit dem Geld können wir Familien mit ihren krebskranken Kindern und Jugendlichen einen gemeinsamen Reha-Aufenthalt ermöglichen oder den schwerstkranken Patientinnen und Patienten den letzten großen Wunsch erfüllen“, erklärt Dr. Edda Haberlandt, die Leiterin der Kinder- und Jugendheilkunde.

Spendenübergabe beim Möcklebur: v.l.n.r.: Karoline von Schönborn, Daniela Bechter, Wolfgang Fessler, Bezirksjägermeister Martin Rhomberg, Dr. Edda Haberlandt, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Bruno Metzler, Bernadette Kegele, Christian Stadelmann, Günter Thurnher und Wernfried Amann. © Laurence Feider

Wünsche, die in Erfüllung gehen, können heilsam sein. Sie verringern die Angstzustände von krebskranken Kindern und machen sie zuversichtlicher. Aber auch wenn schnell ein Kinderrollstuhl oder ein Reha-Buggy benötigt werden, kann mit den Spendengeldern rasch geholfen werden. 45 junge und jugendliche Langzeitpatienten werden aktuell in Dornbirn in der Nachsorge betreut. Sechs bis sieben Kinder sind wegen einer akuten Krebserkrankung in Behandlung. „Dabei ist die Zahl an krebserkrankten Kindern und Jugendlichen steigend. 13 Neudiagnosen waren es 2016 im Bundesland Vorarlberg“, erklärt Dr. Edda Haberlandt. Häufig sind es Hirntumore und Leukämien, von denen die Mädchen und Buben betroffen sind. Eine solche Diagnose ist für die Eltern der betroffenen Kinder ein Schock, verbunden mit Ängsten und Unsicherheit. Deshalb stehen im Krankenhaus Dornbirn ein professionell geschultes Ärzte- und Pflegeteam sowie Psychologen zur Verfügung. „Mit der Erkrankung des Kindes ändert sich auch für die Familie der gesamte Alltag. So wird die ganze Familie zum Patienten“, so die Leiterin der Kinder- und Jugendheilkunde, „mit Spenden können wir der gesamten Familien einen wichtigen und wertvollen Reha-Aufenthalt ermöglichen.“

3.333 Euro für die Kinderschutzambulanz
Blaue Flecken oder ein Knochenbruch können Folgendes bedeuten: Das Kind spielt gerne wild oder es wird geschlagen. „Die Verdachtsdiagnose ist für jeden Arzt eine heikle Angelegenheit“, weiß die Medizinerin aus Erfahrung. Dabei hat das Ärzteteam eine große Verantwortung, nicht nur seinen kleinen Patienten gegenüber. Der Vorwurf, es könnte eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, ist ein erheblicher. Werden die Eltern zu Unrecht bezichtigt, kann es die Familie zerstören. Wird der Missbrauch übersehen, bleibt das Kind in seiner unerträglichen Lage allein. Jeder Fall ist eine Gratwanderung, die Feingefühl wie auch Sorgfalt erfordert. Bei körperlicher ist das Spektrum der Verletzungen groß, das Leid der Betroffenen noch größer. Vor allem, wenn der Verdacht des sexuellen Missbrauchs vorliegt. „Medizinisch ist er oft nicht nachweisbar. Dennoch kann die Untersuchung eine wichtige entlastende Funktion auf die Kinder haben und hilft damit den Missbrauch besser zu verarbeiten“, so die Leiterin Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde.