Kanalerneuerung in der Halden- und Bürglegasse

17.05.2018: „Es ist eines der größten Kanalprojekte innerhalb der vergangenen Jahre, das von der Stadt Dornbirn heuer ab Sommer in Angriff genommen wird. Mit der Erneuerung des Kanals im Einzugsgebiet der Bürglegasse werden rund 2,7 Kilometer der ältesten Kanalleitungen in der Stadt ausgetauscht,“ berichtet Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann nach dem Beschluss des Projekts in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung.

Im Zuge dieser Arbeiten werden auch der Haldenbach bzw. Bürglebach in den Küferbach abgeleitet sowie die Straßengestaltung erneuert. „Die bestehenden Kanäle in diesem Bereich sind baulich in einem schlechten Zustand; der Austausch ist sowohl aus „hydraulischen Gründen“ als auch aus Gründen des Hochwasserschutzes notwendig. Bei starken Niederschlägen kam es immer wieder zu Rückstauproblemen in den Kellern der Anrainer,“ ergänzt Tiefbaustadtrat Mag. Gebhard Greber. Insgesamt investiert die Stadt in den kommenden zwei Jahren rund 4,6 Millionen Euro in den Austausch der Kanäle, die Ableitung des Haldenbachs und die Erneuerung der Straßengestaltung; Diese wird in den kommenden Wochen sogar im Rahmen eines Beteiligungsprozesses mit den Anrainerinnen und Anrainern abgestimmt und entwickelt.

Die bestehenden Kanäle im Bereich der Haldengasse und Bürglegasse gehören zu den ältesten in Dornbirn und sind dementsprechend auch in einem schlechten baulichen Zustand. Neben teils starker Korrosion, Rissen und Rohrbrüchen weisen diese Kanäle auch hydraulische Defizite auf. Planungen zur Erneuerung des Kanalsystems gab es bereits vor einigen Jahren. Fehlende Zustimmungen von Anrainern zur Durchleitung haben das Projekt allerdings erheblich verzögert. Für die Ableitung des Haldenbachs, der bei Hochwasser großteils über das Kanalsystem entwässert, musste zudem erst der Küferbach ausgebaut werden, um die zusätzlichen Wassermengen bewältigen zu können. Nachdem nun alle Voraussetzungen für dieses große Tiefbauprojekt vorliegen, kann die Umsetzung erfolgen. In der jüngsten Sitzung der Dornbirner Stadtvertretung wurden die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt sollen im Sommer dieses Jahr in Angriff genommen werden, und bis Ende 2019 andauern. Die Anrainerinnen und Anrainer werden im Detail über den genauen Ablauf der Arbeiten und der zu erwartenden Verkehrsbehinderungen informiert. Zur Gestaltung der Straßenoberflächen wir ein eigener Beteiligungsprozess mit den Anrainerinnen und Anrainern durchgeführt.

Im Rahmen der Kanalerneuerung in und rund um die Bürglegasse werden insgesamt 2.275 Meter neue Kanäle verlegt. Das Projekt umfasst die gesamte Bürglegasse und die sanierungs- und erneuerungsbedürftigen Kanäle in diesem Einzugsgebiet. Dies sind somit auch Kanalstränge im Fahnacker, Blumenegg, Unter der Halde bis zum Unteren Kirchweg, diverse sonstige Anschlusskanäle und der Kanal in der Haldengasse bis zu dessen Hochpunkt beim Haus Haldengasse 11. Alle nicht reinigungsbedürftigen Dach- und Oberflächenwässer sollen zukünftig zur Gänze in dezentralen Versickerungsanlagen am Entstehungsort und somit im Bereich der privaten Grundeigentümer versickert werden. Insgesamt wird damit ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung des Gewässer- und des Grundwasserschutzes geleistet und eine Entlastung der nachfolgenden Kanäle im weitläufigen Ortsnetz samt Entlastung und Verbesserung des Wirkungsgrades auf der ARA Dornbirn-Schwarzach erzielt.

Im Bereich dieser Straßenzüge bestehen auch noch alte, nicht mehr dem Stand der Technik entsprechende PVC-Leitungen der Vorarlberger Erdgasgesellschaft und auch alte Wasserleitungen aus den Jahren 1927 bis 1930, welche vermehrt Rohrbrüche aufweisen. Weiters bestehen hier teils noch Freileitungen der VKW mit einer veralteten öffentlichen Beleuchtung. Im Zuge der Neuverlegung der Ortskanäle samt Hausanschlussleitungen ist deshalb vorgesehen, auch die Wasserleitungen, die Erdgas- und Stromleitungen sowie die öffentliche Beleuchtung zu erneuern. Auch die sanierungsbedürftigen Straßen werden in diesem Zuge erneuert und die Straßenräume teils neu gestaltet. Dies betrifft eine Straßenlänge von rund 1.270 Meter beziehungsweise bei einer mittleren Straßenbreite inklusive Gehsteige eine Straßenfläche von ca. 10.000 m².