Kanal-TV in Dornbirn-Hatlerdorf

21.06.2018: An die Bilder, die sie bei einer Kanaluntersuchung mit ihren fahrbaren Kameras zu sehen bekommen, haben sich die Ingenieure gewöhnt. Dabei interessieren sie sich nicht für die „Fracht“, die durch die Abwasserkanäle entsorgt wird, oder die vereinzelt vor der Kamera auftauchenden Ratten; die von der Stadt Dornbirn beauftragten Fachleute untersuchen derzeit systematisch den Bauzustand des Kanalsystems in der Stadt.

Dabei soll festgestellt werden, wo und zu welchem Zeitpunkt eine Sanierung oder Erneuerung durchgeführt werden muss. „Die Kanalerschließung ist eine der größten und wichtigsten Umweltinvestitionen. Jährlich werden von der Stadt Dornbirn rund 9 Millionen Euro in den Betrieb der Abwasserentsorgung investiert. Mit der aktuellen Untersuchung erhalten wir wichtige Daten, um zukünftig noch besser allfällige Maßnahmen planen zu können,“ erläutert Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. In den kommenden Monaten wird ein weiterer Abschnitt im Hatlerdorf untersucht.

Mit der Untersuchung werden auch einfache Instandhaltungen durchgeführt. Zunächst erfolgt die Aufnahme und Markierung der Schächte und Deckel. Jene Deckel, die überbaut oder beispielsweise durch Holzstapel verstellt sind, müssen zugänglich gemacht werden. Anschließend erfolgt eine Spülung des Kanals, damit die Schächte und Leitungen mit einer auf einem Roboter befestigten Kamera genau inspiziert werden können. Das gesamte Netz der Kanalisation in Dornbirn ist beachtliche 305 Kilometer lang und wurde über die vergangenen Jahrzehnte stetig ausgebaut. Rund 98% des Siedlungsgebietes ist an das Abwassersystem angeschlossen. Zuletzt wurde auch das Dornbirner Walserdorf Ebnit mit einer eigenen Kläranlage ausgestattet. Große Neuinvestitionen werden derzeit in den Betriebsgebieten Wallenmahd und Dornbirn Nord getätigt. Auch in den Berggebieten erfolgen schrittweise Lückenschlüsse. Tiefbaustadtrat Mag. Gebhard Greber: „Wichtig ist aber auch, dass wir den Zustand der teilweise vor Jahrzehnten gebauten Kanalstränge kennen. Aus diesem Grund hat die Stadt eine Spezialfirma beauftragt, in den kommenden Jahren die Kanäle systematisch mit mobilen Kameras zu befahren.“

Dabei wird auch untersucht, wo durch Setzungen, durch Druck verursachte Brüche, oder wuchernde Wurzeln, die sich manchmal durch die Verbindungen der einzelnen Rohre zwängen, Beschädigungen entstanden sind. Exakte Untersuchungsprotokolle werden angefertigt und dienen zukünftig als wichtige Entscheidungshilfen. Seit vergangenem Jahr wird die Kanalisation im Süden der Stadt, im Bezirk Hatlerdorf systematisch mit Kameras befahren. Die Untersuchung erfolgt in Etappen und wird auch in den kommenden Jahren durchgeführt. Im Hatlerdorf werden im Abschnitt drei rund 26 km Kanäle und ca. 1150 Schächte überprüft. Fallweise wird die von der Stadt beauftragte Firma auch private Liegenschaften betreten müssen – dort, wo der Kanal unterhalb dieser Grundstücke führt. Mit der Untersuchung wurde die Spezialfirma KWS beauftragt