Hochwasserschutz Gerbergraben

18.10.2018: Dass Hochwasserschutz und Naherholung vereinbar sind, zeigt die kürzlich abgeschlossene Sanierung des Gerbergraben und der Bau eines Regen-Rückhaltebeckens im Bereich Fang.

Das Projekt ist die dritte Etappe beim Ausbau des Gerbergraben, der durch den Bezirk Haselstauden, ausgehend von der Kehlerstraße bis nach Kastenlangen, fließt. Die Kapazität des Rückhaltebeckens ist beachtlich: Bei Starkregen kann hier die Hochwasserspitze gekappt und über eine Entlastungsleitung in das Hochwasserrückhaltebecken, das bis zu 4.000 m³ fasst, eingeleitet werden. Im Rückhaltebecken wird das Wasser „zwischengespeichert“ und dosiert an den Unterlauf abgegeben. Damit wird der Hochwasserschutz für die umliegenden Häuser und im angrenzenden Siedlungsgebiet „Schwefel“ von einem ca. 10-jährigen Ereignis auf ein 100- jährigen Ereignis deutlich verbessert. „Das Projekt wurde intensiv vorbereitet und den Anrainerinnen und Anrainern mehrmals vorgestellt. Sowohl das Rückhaltebecken als auch der Gerbergraben wurden naturnah gestaltet. Damit ist auch ein schöner Naherholungsraum für die gesamte Nachbarschaft im Gebiet Lachenmahd/Gerbergraben entstanden,“ berichtet Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Entlang des Beckens wurde ein zusätzlicher Geh- und Radweg errichtet, der bereits sehr gut angenommen wurde. Rund 1,6 Million Euro wurden in das Projekt investiert. Das Land Vorarlberg fördert diese Maßnahmen mit 45% und der Bund mit 41,6%.


Die Stadt Dornbirn hat in den vergangenen Jahren intensiv in den Hochwasserschutz investiert. Die Bäche, die das Stadtgebiet durchfließen, wurden ausgebaut und nach Möglichkeit mit Retentionsräumen ausgestattet und auch renaturiert. Ein großes Schutzprojekt wurde vor einigen Jahren entlang des Fallbachs umgesetzt. Weiters wurden in den Wintern 2016 und 2017 am Küferbach und Steinebach neue Ufermauern erstellt. Am Steinebach werden diese Schutzwasserbaumaßnahmen im kommenden Winter fortgeführt. Auch entlang der Dornbirner Ache werden laufend Verbesserungen durchgeführt und die Ufermauern sukzessive saniert. Ein weiteres Projekt zur Erhöhung der Hochwassersicherheit entlang des Fischbaches und im Ortsteil Schwefel ist seit heuer in der Umsetzung. „Die Verbesserung des Hochwasserschutzes durch eine integrale Vorgangsweise, die eine möglichst naturnahe Gestaltung der Bäche, Schaffung von Hochwasserrückhalteräumen und Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung umfasst, steht bei diesen Projekten im Vordergrund“, informiert Tiefbaustadtrat Mag. Gebhard Greber.


Das größte Schutzprojekt ist derzeit der Entlastungsstollen unterhalb des Zanzenbergs. Mit diesem Bauwerk wird zukünftig die Hochwasserspitze direkt aus dem Steinebach in die Dornbirner Ache geleitet. Durch den Klimawandel ist eine Zunahme an Extremwetterereignissen und damit eine höhere Gefährdung durch Naturkatastrophen zu befürchten und auch bereits spürbar. Neue Ansätze bei öffentlichen und privaten Schutzmaßnahmen sind notwendig und es wird auch eine verstärkte Risikokommunikation erforderlich sein. Aus diesem Grunde wurde heuer in Zusammenarbeit mit dem Joanneum Research in Graz und dem Institut für Alpine Naturgefahren an der Universität für Bodenkultur in Wien im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt Fischbach auch eine Befragung der Dornbirner Bevölkerung im potentiellen Gefährdungsbereich (HQ-30 Überflutungsbereich) entlang des Fischbaches und des Haselstauderbaches durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Februar des kommenden Jahres präsentiert.