Frisch auf den Tisch

24.07.2018: Rund 900 Portionen pro Woche werden beim Service „Essen auf Rädern“ mit vier Fahrzeugen in ganz Dornbirn ausgeliefert. Im vergangen Jahr wurden auf diese Weise rund 21.588 Tagesportionen „frisch auf den Tisch“ gebracht. Dabei legen die Fahrzeuge, eines davon ein Elektroauto, im Durchschnitt 150 Kilometer pro Tag zurück. Das ergibt eine jährliche Einsatzleistung von 46.800 Kilometern und entspricht mehr als 19 Mal rund um Österreich. Neben den drei Fahrerinnen übernehmen auch zwei Ehrenamtliche den Fahrdienst, um an sechs Tagen die Woche diesen Service zu bieten. „Es ist ein Einsatz im Dienste der Menschlichkeit, denn diese soziale Dienstleistung ermöglicht älteren und hilfsbedürftigen Menschen den Erhalt ihrer gewohnten Wohnumgebung“, betont Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.

Die Flotte vom Service "Essen auf Rädern" (c) Werner Micheli

Maria Baumgartner bringt der 76-jährigen Frau Schwaninger ihr Menü.

Eine warme Mahlzeit ist mehr als Nahrung, sie stärkt auch den sozialen Zusammenhalt. So ist die Lieferung der Menüs direkt ins Haus nicht nur ein bequemer Service für die Essensbezieher, sondern auch die Möglichkeit des persönlichen Kontakts durch die städtischen Bediensteten. „Einige zählen schon zu unseren Stammkunden“, schmunzelt Maria Baumgartner. Seit 12 Jahren ist sie von Montag bis Samstag für „Essen auf Rädern“ in ganz Dornbirn auf Tour. Bis zu 50 Essen werden von ihr persönlich zugestellt. Das bedeutet 50 Mal ein Lächeln, ein kurzes Gespräch und sehr oft auch ein Lichtblick im Alltäglichen. „Die Freude, wenn man durch die Tür kommt ist einfach spürbar. Man bekommt von ihnen so viel zurück und kann auch viel lernen“, erzählt die Fahrerin, die gemeinsam mit ihren zwei Kolleginnen Karin Stuefer und Kathi Grothe die warmen Mahlzeiten zustellt. Unterstützung erhalten die Damen von zwei Ehrenamtlichen, die sich jeweils an zwei Tagen zum Fahrdienst melden. „Der Service „Essen auf Rädern“ stellt auch für pflegende Angehörige eine Entlastung dar. Sie können so Beruf, Familie und Pflege leichter vereinen. Vor allem, wenn Eltern, Großeltern oder der Partner aufgrund von Krankheiten auf Spezialkost angewiesen sind. Sich hier zwei unterschiedliche Menüs liefern zu lassen vereinfacht vieles“, betont Stadträtin Marie Louise Hinterauer.

Ausgewogene Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Mahlzeiten sind gerade im Alter wichtig. Für viele bedeutet selbst zu kochen einen großen Aufwand oder ist aus körperlichen Gründen nicht mehr möglich, wie für Ingeborg Schwaninger. Die 76-jährige kann nicht mehr am eigenen Herd stehen und freut sich über den Service. „Es ist eine willkommene Abwechslung. Zum warmen Essen gibt es auch immer eine kleine Plauderei und Spaß gehört ja dazu“, erklärt sie mit einem Lachen. Auch bei speziellen Diäten punktet der Menüservice, denn die Speisen können an die Bedürfnisse angepasst werden. „Spezielle Kostwünsche können mit unserem Küchenchef besprochen werden und bei speziellen Diätformen erfolgt ein Gespräch mit unserer Diätologin“, so Stadträtin Marie-Louise Hinterauer. In der Krankenhausküche werden die Speisen frisch zubereitet und modernste Verfahren eingesetzt, um eine optimale Haltbarkeit von Vitaminen und Nährwerten zu gewährleisten. Dabei setzt das Team rund um Küchenchef Thorsten Kappei auf regionale Lebensmittel und einen hohen Qualitätsstandard. Die Stadt unterstützt „Essen auf Rädern“, so dass die Portion bestehend aus Suppe, Hauptspeise mit Beilage, Salat oder Gemüse und Nachspeise um nur neun Euro angeboten werden können. Um älteren Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen, gibt es in der Stadt Dornbirn zahlreiche Hilfsangebote. „Eine ausreichende Versorgung, Betreuung und Pflege sind die Schlüssel zum Erreichen dieser Zielsetzung“, weist Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann auf die Bedeutung von Dienstleistungen wie „Essen auf Rädern“ hin.