Erste Hilfe zu leisten ist wichtig

03.08.2017: Den Gedanken, dass uns oder unseren Liebsten etwas zustoßen könnte, schieben wir gern beiseite. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass wir irgendwann in eine Notfallsituation geraten und die Hilfe anderer benötigen, oder anderen rasch helfen können. Dabei können wir auch auf die Technik vertrauen. Wenn es drauf ankommt, kann dieses Gerät helfen, Leben zu retten: Ein sogenannter Automatisierter Externer Defibrillator (AED). Ein solches Gerät, mit dem Laien in diesen entscheidenden Momenten einfach erste Hilfe leisten können, steht ab sofort am Dornbirner Busbahnhof zur Verfügung. „Die Bedienung ist einfach und mit Symbolen auf dem Gerät erklärt“, betont Notfallmediziner Dr. Adolf Zoll, „man muss sich nur trauen.“ In Österreich erleiden 12.000 Menschen jährlich einen plötzlichen Herzstillstand. Je schneller Maßnahmen ergriffen werden, desto größer sind die Chancen für die Betroffenen.

v.l.n.r.: Übergabe des neuen Defibrillators mit Christoph Zambanini, Eva Gerstmann, Vizebürgermeister Martin Ruepp, Michael Stabodin (GF Stadtbus und Landbus Unterland), Christine Zambanini, Dr. Adolf Zoll (Notfall- und Katastrophenmedizinier), Stefan Holzinger (Gebietsleiter Physio Control) sowie Stefanie und Johannes Zambanini.

Wenn das Herz still steht. Über Leben und Tod entscheiden dann nur Minuten. Dabei ist der Tod kein einzelner Moment, sondern ein Prozess – und eine gewisse Zeit lang umkehrbar. Mit Wieder-belebungsmaßnahmen oder Defibrillation können laut Statistik elf Prozent gerettet werden. Bei richtiger Ersthilfe könnten es bis zu 70 Prozent sein. Besonders an gut besuchten Verkehrsknotenpunkten wie an Bahnhöfen können Defibrillatoren nachweislich Leben retten. „Rund 30 Prozent der Laien helfen, wenn ein Mensch neben ihnen umfällt“, erklärt Dr. Adolf Zoll, Notfall- und Katastrophenmediziner am Krankenhaus Dornbirn. Der Grund: Die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist – egal ob mit Defi oder ohne – Nichts tun bei einem Herzstillstand ist das Schlimmste. „Denn schlechter kann der Zustand des Bewusstlosen nicht mehr werden, besser hingegen schon.“

Wenn jede Minute zählt
Setzt ein Herz aus, ist die Zeit knapp. Mit jeder Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um zehn Prozent. „Das bedeutet, dass es nach sieben bis acht Minuten praktisch keine Rettung mehr gibt“, erklärt der Notfallmediziner. Notruf, Herzmassage, Beatmung, Defi – das ist die richtige Reihenfolge. Dabei sind die halbautomatischen Geräte einfach zu bedienen. Nach dem Aktivieren startet ein Analysesystem, welches den Herzzustand des Patienten selbstständig auswertet und dem Helfer mittels Sprachanweisungen über die weiteren Schritte informiert. Dabei analysiert der Defi selbstständig den Herzrhythmus. Stellt er ein Kammerflimmern fest, gibt das Gerät einen Stromstoß ab oder fordert den Ersthelfer auf, per Knopfdruck den Schock auszulösen. „Laien können mit den automatischen externen Defibrillatoren nichts falsch machen“, erklärt der Nofallmediziner. Die Elektroschocks unterbrechen die lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen, sodass in vielen Fällen wieder der geordnete Herzschlag einsetzt. Bei einem Herzstillstand hilft nur die Herzdruckmassage und Beatmung bis die Einsatzkräfte vor Ort eintreffen.

Dir zuliebe, mir zuliebe
Sich trauen und anderen helfen. Seit Jahren engagiert sich auch Christine Zambanini. Die Lehrerin am BG Dornbirn vermittelt die Wichtigkeit der Erste-Hilfe an ihre Schülerinnen und Schüler. Die traurige Erfahrung einer Notsituation und wie wichtig rasche Hilfe ist, erlebte sie im privaten Bereich. Mit Spendengeldern finanziert überreichte sie der Stadt Dornbirn einen neuen Defibrillator, der im Bereich des Busbahnhofs montiert wurde und im Ernstfall Leben retten kann.