Die Brückenbauer in der Pflege

17.03.2017: Beim Lernen begleiten – die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter übernehmen eine wichtige Funktion. Sie schaffen ein sicheres Fundament für die Ausübung der pflegerischen Tätigkeiten von Einsteigern in den herausfordernden Beruf. Für Alexander Sturn ist er zugleich Berufung. Der Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger erzählt mit Begeisterung von seinen Tätigkeiten und seiner Verantwortung: „Die Arbeit mit Menschen ist Freude für mich. Man erhält direktes Feedback und ehrliche Dankbarkeit. So vieles macht unsere Tätigkeit so wert- und sinnvoll.“ Diese Begeisterungsfähigkeit zeichnet Praxisanleiter aus. Dabei benötigen sie zur Motivation auch Fachkompetenz. So investiert der sympathische Dornbirner rund 200 Stunden in die neue Ausbildung – und ist jetzt Brückenbauer zwischen pflegepädagogischem Wissen und dessen praktischer Anwendung.

Auszubildene mit DGKP Alexander Sturn

Bei der Blutzucker-Messung

Praxisanleitung ist viel mehr, als den Schülern zu zeigen, wie man subkutan – also unter die Haut – spritzt. Es bedeutet, die Lernenden auf die Aufforderungen der Station und des Alltags vorzubereiten, ihnen zu zeigen, wo ihre Stärken liegen und wo sie sich noch verbessern können. „Wenn ich auf meine eigene Ausbildung zurückblicke, waren da gute aber auch weniger gute Erfahrungen dabei“, erklärt der 35-Jährige. Hier ein positives Vorbild zu sein, das war für Alexander Sturn Motivation für die Zusatzqualifikation. Für ihn sind Pflege und die täglichen Handgriffe stets Beziehungsarbeit. Das bedeutet, auf den pflegebedürftigen Menschen offen zuzugehen. Mit dem Ziel, Vertrauen zu ermöglichen und somit einen offenen Austausch. Denn nichts ist so individuell wie die persönlichen Bedürfnisse. So erleben Pflegende einen beruflichen Alltag, der eine sehr hohe Anforderung und Erwartungshaltung mit sich bringt. „Die Pflegequalität der Zukunft wird durch die praktische Anleitung gefördert und zugleich gesichert“, erklärt Pflegedienstleiterin Andrea Winder, „dabei tragen die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter entscheidend zur qualifizierten praktischen Ausbildung bei und vernetzten theoretische Inhalte und berufliche Anforderungen.“ Sieben Schülerinnen und Schüler wurden im letzten Jahr im Pflegeheim Höchsterstraße von Andreas Sturn begleitet.

Mentor für die Zukunft
Eine gute Praxisanleitung motiviert, prägt und fördert die Auszubildenden und ermöglicht zugleich entscheidende berufliche Lernerlebnisse. „Für uns ist die Investition in eine qualitätsgeleitete Praxisanleitung eine Investition in die Zukunft“, betont Marie-Louise Hinterauer, Stadträtin für Sozial- und Gemeinwesen. Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter tragen wesentlich dazu bei, die hohe Qualität in der Pflege zu sichern. Auch für den Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger war die zusätzliche Ausbildung eine persönliche Bereicherung. „Es ist ein Vertiefen des eigenen Wissens. Man betrachtet sich selbst auch kritisch und hinterfragt das eigene Handeln“, erklärt Alexander Sturn, „auch die Einblicke in Psychologie und Pädagogik sind so wesentlich, um die Auszubildenden souverän auch durch schwierige Situationen zu führen.“ Vor zehn Jahren war der 35-Jährige selbst noch Schüler, heute übernimmt er gern die Verantwortung. Deshalb wechselte er von der Akut- in die Langzeitpflege. Die Lebenssituationen, wenn Menschen krank oder pflegebedürftig werden, sind außerordentlich. Sie in dieser Lebensphase begleiten zu dürfen, ist für die Teams in beiden Pflegeheimen ein außerordentliches Geschenk und zugleich eine Herausforderung. Dieses Wissen und die Begeisterung für den Beruf zu vermitteln ist nur eine von vier Aufgaben von Praxisanleitern. Sie haben zur lehrenden Aufgabe noch eine beratende, administrative wie auch eine beurteilende Funktion. Dabei wird Alexander Sturn von seinem Arbeitgeber in dieser neuen Aufgabe sehr gefördert und unterstützt. „Ausbildung ist für uns mehr als die Vermittlung von Kenntnissen“, betont Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann, „Pflegekräfte erfüllen in unserer Gesellschaft – im Besonderen im städtischen Krankenhaus und den Pflegeheimen – eine äußert wichtige Rolle. Dieses hohe Ausbildungsniveau ist für uns – als Rechtsträger der Pflegeschule Unterland – wesentlich. Wir möchten die Ausbildung in Vorarlberg qualitativ und quantitativ mitgestalten und unterstützen deshalb das Interesse an Fort- und Weiterbildungen.“