Besucherzahl sorgt für Ausstellungsverlängerung

19.10.2018: Das Dornbirner Stadtmuseum erfreut sich über großes Interesse an der Ausstellung „Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch“, die seit April 2018 zu sehen ist.

Mit diesem Ausstellungskonzept war es uns möglich, neue Besuchergruppen aus der Region, wie auch über die Landesgrenzen hinaus anzusprechen. Kooperationen, wie bei dieser Schau mit dem Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg sowie dem Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte in der Ostschweiz sind erfolgsversprechend und werden auch zukünftig angestrebt“, so Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Bis 24. Februar 2019 wurde die Schau verlängert und passend dazu wird ein Österreich-Bild vom ORF-Vorarlberg zu diesem Thema gestaltet. Die Ausstrahlung erfolgt nächstes Jahr im Februar. In Dornbirn konzentriert sich die Ausstellung auf den Zeitraum ab 1950 und das sehr gut funktionierende Gesamtsystem der Heimarbeit. Der industrielle Hintergrund sowie der Arbeitsalltag der Heimarbeiterinnen werden genauso berücksichtig, wie die Veränderungen von Rollenvorstellungen und Familienstrukturen.



Am Thema Heimarbeit wird sichtbar, wie nachhaltig die Industrialisierung in den letzten 200 Jahren alle Lebensbereiche prägte. Die Auffassung von Arbeit und Freizeit, die Entwicklung der Sozialgesetzgebung, Rollenbilder, das Familienleben – alles korrespondiert mit diesem Prozess. In der Ausstellung im Stadtmuseum Dornbirn werden Fragen nach den Vor- und Nachteilen der Produktionsform Heimarbeit genauso gestellt wie die Sicht der Medien auf Heimarbeit der 1980er- und 1990er-Jahren gezeigt wird. Heimarbeit – als eine Aspekt der Frauenarbeit zwischen Erwerbsdruck, Kindererziehung und Eigenständigkeit, hat als Thema nichts an Aktualität verloren, auch wenn die speziellen, in der Ausstellung beschriebenen, industriellen Ausformungen, heute in Vorarlberg nicht mehr existieren.


Eine Besonderheit der Ausstellung ist die interaktive Wand der Künstlerin Bianca Tschaikner, deren komplexe Technik Walter Ritter vom Forschungszentrum Nutzerzentrierte Technologien der FH Vorarlberg bereitgestellt hat. Damit wird die heimarbeitsintensive Stickereiproduktion für die Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar.



Digitale Dokumentation
Ein wichtiger Teil des Projektes ist die digitale Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer Sammelplattform im Internet. Diese besteht bereits, wird aber im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit ausgebaut. Sie ist unter www.heimarbeit-vorarlberg.at und www.heimarbeit-rheintal.ch einsehbar. Es werden auch weiterhin Erinnerungen, Fotos, Arbeitsstücke und Werkzeug aus den vergangenen 60 Jahren gesammelt, um die Dokumentationen analog (im Museum in Sammelvitrinen und Erinnerungsbüchern) und digital zu ergänzen.



Begleitveranstaltungen
Verschiedene Veranstaltungen umrahmen auch weiterhin die Sonderausstellung. Genaue Termine und Infos finden Sie unter http://www.heimarbeit-vorarlberg.at/veranstaltungen



Öffentliche Führungen 2018/2019, jeweils um 10:00 Uhr,
Sonntag, 18. November 2018
Sonntag, 16. Dezember 2018
Sonntag, 20. Jänner 2019
Sonntag, 17. Februar 2019
Sonntag, 24. Februar 2019


Dauer: 1 Stunde
Kosten: 5 Euro zuzüglich Eintritt



Angebote für Schulen
Speziell für Schulen und Kindergärten wurde ein Vermittlungsprogramm ausgearbeitet, bei dem sich die älteren Schüler mit der Frage „Was ist Arbeit?“ grundsätzlich auseinandersetzen können. Für jüngere Kinder gibt es die Möglichkeit, sich spielerisch dem Thema zu nähern. Details dazu sind auf der Museumshomepage und im Programmfolder nachzulesen. Weitere Führungsangebote für Einzelbesucher, Gruppen und Spezialangebote für Kindergärten und Schulen finden Sie unter www.stadtmuseum.dornbirn.at/vermittlung