Anspruchsvoll, aber wertvoll – Zusammenarbeit mit Familien: Großes Netzwerktreffen in Dornbirn

14.06.2019: Vergangenen Donnerstag (6. Juni) fand das große Netzwerktreffen zum Modellvorhaben „Dornbirn lässt kein Kind zurück“ im Kulturhaus in Dornbirn statt.

Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann

Beim Austausch für Institutionen und Systempartner ging es vorrangig darum, das bestehende Netz an Fachkräften enger zu verknüpfen. Der aktuelle Stand des Modellvorhabens zeigt bereits einen sehr erfolgreichen Weg, berichtet Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann: „Es wurden die großen Meilensteine der letzten Monate und Jahre sichtbar und es war deutlich zu spüren, dass dieses Netz in Dornbirn bereits tragfähiger geworden ist. Das erreichen wir vor allem durch gute Abstimmung aufeinander und untereinander und durch das große Engagement aller Akteurinnen und Akteure.“ Über 200 Fachpersonen aus den Kleinkindbetreuungen, den Kindergärten, diversen Beratungsstellen sowie aus den Bereichen Sprache und Freizeit sind der Einladung der Stadt Dornbirn gefolgt, freut sich Familienstadträtin Marie-Louise Hinterauer: „Wir merken deutlich, dass die Begeisterung für das Projekt längst auch in der Praxis angekommen ist und nun immer mehr gelebt wird. Die unzähligen positiven Rückmeldungen zum Netzwerktreffen und die gute Stimmung während der Veranstaltung zeigen, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind.“


Dass das Kind im Mittelpunkt steht, wurde schon beim Ankommen deutlich: Im Foyer des Kulturhauses jonglierten, turnten und tanzten Mädchen und Burschen des Kleinen Zirkus der Musikschule Dornbirn. Auf großen Plakaten waren die städtischen Erfolgskampagnen #Kinderstimmen und #Babystimmen mit Botschaften von Kindern sichtbar. Mit Show und Akrobatik eröffnete der Kleine Zirkus dann auch den offiziellen Teil auf der Bühne. In den nächsten Stunden wurden die großen Schritte der letzten Zeit vorgestellt, wie zum Beispiel die Fachforen und deren Ergebnisse, die Feinabstimmung der Präventionskette und die Erarbeitung der ersten Orientierungsrahmen zur Sprach- und Bindungsentwicklung. Die Präventionskette ist ein Instrument zum Aufbau einer Kooperationsstruktur zur Abstimmung und Gestaltung von Angeboten und Übergängen mit dem Ziel, alle Kinder und Familien bestmöglich zu begleiten und zu fördern. Die Orientierungsrahmen beschreiben die Perspektive des Kindes zu einem bestimmten Thema (z.B. Sprachentwicklung, Bindung) in der jeweiligen Lebensphase.


Ein weiteres Schwerpunktthema, welchem sich Dornbirn im kommenden Jahr widmen wird, ist die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Im Vorfeld des Netzwerktreffens wurden alle Kindergärten, Kleinkindbetreuungseinrichtungen und Spielgruppen in Vorarlberg zu einer Online-Befragung zum Thema „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern“ eingeladen. Die Auswertung der 136 eingegangenen Fragebögen zeigt, dass Pädagoginnen und Pädagogen sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und ihm eine hohe Bedeutung beimessen. Für den Herbst 2019 ist eine Befragung der Eltern zu diesem Thema geplant. Bereits jetzt zeigt sich, dass die laufende Auseinandersetzung damit, wie Bildungs- und Erziehungspartnerschaft umgesetzt und gelebt wird, eine zentrale Aufgabe für die Teams in den Institutionen darstellt.


Nach einer kurzen Pause beschäftigte sich Kindheitspädagogin Sibylle Fischer in ihrer Keynote Speech mit dem Thema „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“. Diese kann dann gelingen, wenn Eltern und Fachkräfte einander auf Augenhöhe unter Anerkennung des jeweiligen Expertentums begegnen. Eine gelingende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft verbessert die Bildungschancen des Kindes und sorgt so auch für mehr Chancengerechtigkeit.


Kompetenz in jeder Situation
Die Zielvorgabe für die Zukunft ist klar: Ganz gleich, welches Anliegen eine Familie hat, sie kann sich an eine erste Anlaufstelle – wie den Familienservice der Stadt Dornbirn - wenden und bekommt garantiert Unterstützung, beispielsweise durch die gewünschte Auskunft oder durch die Weitervermittlung an die passende Stelle. Dazu müssen die Auskunftspersonen selbst untereinander gut vernetzt sein und über die jeweils anderen Angebote Bescheid wissen. Aus diesem Grund hat die Stadt Dornbirn, die im Modellvorhaben die wesentliche Rolle der Koordination einnimmt, eine eigene Broschüre „Wir fürs Kind“ mit den Kontakten der wichtigsten Institutionen und Systempartner zusammengestellt. Diese wurde den Teilnehmenden als Werkzeug zur Verfügung gestellt. In den Veranstaltungsunterlagen finden sich zudem ein neu entwickeltes Magazin für Eltern, die Orientierungsrahmen zur Sprach- und Bindungsentwicklung, ebenfalls als Werkzeug für Fachkräfte konzipiert, sowie ein Übersichtsblatt für die Seminarreihe „Gefragt bist du“, ein Angebot der Stadt Dornbirn, das sich konkret an alle richtet, die in Dornbirn mit Kindern zwischen null und sechs Jahren arbeiten. Eine Mappe also, die es in sich hat, meint Soziologe Dr. Simon Burtscher-Mathis, der als externer Prozessbegleiter mit im Boot ist: „Dornbirn arbeitet hier auf höchstem Niveau, ich denke sogar österreichweit sind solche hochwertigen Veranstaltungsunterlagen einzigartig.“ Nach dem offiziellen Teil war Zeit für persönlichen Austausch und klassisches Netzwerken. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv, so hieß es beispielsweise auf einer Feedbackkarte: „Hier bleibt es wirklich nicht beim Titel, es hat sich schon sehr viel bewegt - weiter so!“



Familienservice der Stadt Dornbirn – Die erste Anlaufstelle bei allen Fragen zum Thema Familie Rathausplatz 1 (im Kulturhaus)
T +43 7752 306 4307 E
familien(at)dornbirn.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8:00 bis 12:00 und 13:30 bis 16:00 Uhr