Auf dem Weg zur Energieautonomie

Als e5-Gemeinde engagiert sich die Stadt bereits seit mehreren Jahren im Bereich Energieeffizienz. Neben dem laufend aktualisierten Umweltprogramm wurde im vergangenen Jahr erstmals auch eine Energiestrategie entwickelt. Vom Stadtrat wurde kürzlich ein Beschluss gefasst, bis bis zum Jahr 2020 rund 85% der in städtischen Gebäuden benötigten Heizenergie aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Derzeit sind es immerhin 60%. Weiters wurde beschlossen, in den kommenden sechs Jahren den Strombedarf der Stadt um 10% zu senken.

Erreicht werden sollen diese Ziele mit konkreten Maßnahmen, die bereits in Planung sind und bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden sollen. Dem jüngsten Beschluss des Stadtrates liegen konkrete Projekte wie beispielsweise ein Anschluss der geplanten neuen Volksschule Edlach an ein Biomasse-Heizwerk zugrunde.  

Die Potentiale für noch mehr Energieeffizienz wurden im Energieprogramm 2013 – 2020 erhoben. Aus diesem Programm wurden konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen für die Umsetzung entwickelt. Diese werden jährlich überprüft, adaptiert und – das ist der Kern des gesamten Konzepts – auch konsequent umgesetzt.

Möglichkeiten zur autonomen Bereitstellung des Heizwärmebedarfs bis 2020   
Die städtischen Gebäude (inkl. Krankenhaus, Pflegeheime und ARA) haben mit Stand 2014 einen Heizwärmebedarf von ca. 25GWh. Mit Stand April 2014 werden ungefähr 60% des städtischen Heizwärmebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt. Durch folgende Maßnahmen kann der Heizwärmebedarf noch weiter über erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt werden: 

  • Ausweitung der nachhaltigen Holznutzung. Durch den bereits beschlossenen Anschluss des Wasserwerks, Feuerwehrhaus und VS Edlach werden weitere 0,6GWh durch regionale Holzversorgung abgedeckt.
  • Umweltwärme und Biogas. Mit Wärmepumpen gewonnene Umweltwärme kann einen Beitrag leisten, sofern die Stromversorgung der Wärmepumpen mit Ökostrom erfolgt. Ebenso wird eine schrittweise Umstellung einzelner Gebäude auf den Biogas Tarif geprüft werden
  • Sanierungskonzept. Durch das Sanierungskonzept sinkt der Wärmebedarf erheblich, sodass das die begrenzte Holzenergie nach und nach prozentuell mehr abdecken kann
  • Abwärmepotentialstudie, Energieeffizienzpotentialstudie der Großverbraucher. Das Wissen welche Energieeffizienzpotentiale in den Prozessen der Großverbraucher, ARA, Krankenhaus, Stadtbad, Pflegeheime, etc., vorhanden sind, ist ein wesentlicher Bestandteil für Umsetzung zukünftiger Effizienzprojekte. Bereits 2014/15 werden konkrete Analysen in der Abwasserreinigungsanlage und eine Abwärmepotentialstudie auf dem Gebiet der Stadt Dornbirn durchgeführt werden.   Möglichkeiten zur Unterstützung einer nachhaltigen Stromnutzung bis 2020. Die städtischen Gebäude (inkl. Krankenhaus, Pflegeheime und ARA) haben mit Stand 2014 einen Strombedarf von 18GWh. Die Stromherkunft des Stromversorger VKW ist bereits zu 92% durch erneuerbare Energien gedeckt.  

Die Stadt Dornbirn kann die Energieautonomie durch eine effizientere Stromnutzung weiter unterstützen. Möglichkeiten dazu sind: 

  • Die bereits bei der Heizwärme behandelten Potentialstudien auch auf das Thema Stromeffizienz auszudehnen.
  • Nutzerschulungen.
  • Beleuchtung schrittweise auf LED Technik umrüsten
  • Ausbau der eigenen Stromerzeugung durch den bereits gefasst Photovoltaikanlagen Grundsatzbeschluss (ca. 620MWh).
  • Ausbau der Stromerzeugung durch eine alternative Nutzung des biologischen Faulgases bei der ARA in Form eines Kraft- Wärme- Kopplungs Prozesses, wird ebenfalls auf die Technische Machbarkeit geprüft.  

Eine Reduktion von 10% des Strombedarfes bis 2020 kann als realistisch betrachtet werden. Eine Erfolgskontrolle wird jährlich im Rahmen des Energieberichtes durchgeführt, indem der jeweils aktuelle Jahresverbrauch mit dem Referenzjahr 2013 verglichen wird.

Ing. Müller Andreas
Amt der Stadt Dornbirn
Hochbau und Gebäudemanagement
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