Geschichtlicher Rückblick

Seit dem 19. Jahrhundert wurden in Dornbirn vereinzelt „Schwemmkanäle“, „Feuergräben“ und von der wachsenden Industrie „Betriebskanäle“ gebaut, in welche zunehmend auch Abwässer eingeleitet wurden.

Mit dem Straßenausbau wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend auch Straßengräben, welche teils ebenfalls der Wegleitung von Abwässern dienten, verrohrt. Der überwiegende Teil der Abwässer wurde jedoch bis nach dem 2. Weltkrieg landwirtschaftlich verwertet.

Mit dem Rückgang der Landwirtschaft, dem schnellen Wachsen von Industrie und Gewerbe sowie der zunehmenden Urbanisierung wurde das Abwasserproblem jedoch in der Folge immer akuter. Viele Bäche im Talraum wurden verschmutzt und der Bodensee drohte „umzukippen“ und als Trinkwasserspeicher verloren zu gehen.

Der Stadtrat von Dornbirn beschloss deshalb im September 1954 die Ausarbeitung eines generellen Kanalisationsprojektes. Nach über 5-jähriger Planungsphase wurde dieses Projekt am 31. Jänner 1961 wasserrechtlich genehmigt. Bis dahin wies das „Kanalnetz“ ca. 50 km Länge auf.

Neben der Erneuerung alter Kanäle wurde das Kanalnetz daraufhin rasch ausgebaut. 1976 wies dies bereits eine Länge von zirka 100 km, 1990 von 150 km und 1998 von zirka 200 km auf.

Heute haben wir ein rund 305 km langes Kanalnetz; dies entspricht einer Länge von Dornbirn bis weit über Heidelberg oder Montreux, bis Mailand oder Verona hinaus, bzw. weiter als zum Großglockner oder zum Matterhorn. 1962 wurden die Gesamtkosten für die Kanalisierung auf rund 125 Mio Schilling geschätzt, was inflationsbereinigt einer Summe von ca 46 Mio EUR entspricht.

In den vergangenen 50 Jahren wurden tatsächlich ca 100 Mio EUR in den Ausbau und in den Unterhalt des Kanalnetzes investiert.

Dipl.-Ing. Wirth Hermann
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Tiefbau
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