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Das Leitbild ZusammenLeben in gedruckter Form
Das Leitbild ZusammenLeben in gedruckter Form, © STADT_DORNBIRN
Das Leitbild ZusammenLeben in gedruckter Form
Das Leitbild ZusammenLeben in gedruckter Form, © STADT_DORNBIRN

Grundlagen

Grundlagen

Ob jung oder alt, Kind oder Senior, Hausmann oder Karrierefrau, neu zugezogen oder seit Jahrzehnten hier wohnhaft. Dornbirn ist eine vielseitige und bunte Stadt mit Menschen aus über 115 Nationen. Ein gelingendes Zusammenleben aller Kulturen und Generationen ist das große Anliegen und Ziel der Stadt Dornbirn.

Leitbild

2002 erarbeitete die Stadt Dornbirn als erste Kommune Österreichs ein Integrationsleitbild. Auf diesen wegweisenden Schritt folgten 15 Jahre der konkreten Umsetzung in Form von unterschiedlichen Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern. In der Zwischenzeit hat sich Dornbirn entwickelt und verändert. 2002 lebten in Dornbirn 44.000 Menschen aus über 70 Nationen, heute sind es 50.000 Menschen aus über 118 Nationen. Dornbirn ist in den letzten Jahren also gewachsen und internationaler geworden. Die städtische Entwicklung ist fortgeschritten und damit ist auch die Bevölkerung vielfältiger. Die zunehmende Diversität resultiert sowohl aus dem Zuzug als auch aus der gesellschaftlichen Differenzierung. Vor diesem Hintergrund erfolgte 2016 der Beschluss des Stadtrats, den Umsetzungsstand des Leitbilds zu evaluieren und darauf aufbauend ein erneuertes Leitbild "ZusammenLeben in Dornbirn – Leitbild und Strategien für ein gutes Zusammenleben in Vielfalt" zu erstellen.

Evaluierung und Ergebnisse

Die zentrale Frage für die Evaluierung lautete: Welche Wirkungen lassen sich durch die gesetzten Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern feststellen und welche Belege gibt es dafür? Die Analyse ermöglicht die Ableitung offener bzw. weiterführender Handlungsfelder und Maßnahmen.

Vor diesem Hintergrund diente die Evaluierung

1. der Überprüfung des Ist-Stands der Zielerreichung der bisher gesetzten Maßnahmen entlang der Leitziele in den unterschiedlichen Handlungsfeldern des bisherigen Leitbilds und 
2. darauf aufbauend der Herleitung der Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen für die zukünftige Integrationsarbeit der Stadt Dornbirn.

Ziel der Evaluierung war also nicht die Bewertung einzelner Maßnahmen, sondern eine zusammenfassende Wirkungsanalyse der bisherigen Integrationsarbeit der Stadt Dornbirn mit einem Fokus auf zukünftigen Zielen, Handlungsfeldern und Maßnahmen. Die Ergebnisse der Evaluierung bildeten die Basis für das nun vorliegende Leitbild zur Förderung eines guten Zusammenlebens im Kontext von zunehmender Diversität.

Zukunftsthema Zusammenleben in Vielfalt

Die Ergebnisse der Ist-Stand-Analyse, der Onlinebefragung, der Fokusgruppen und der Bürgerbeteiligung zeigen, dass Maßnahmen zur Förderung der strukturellen Integration allein nicht ausreichen, denn ein gutes Zusammenleben braucht Beziehungen, die gegenseitiges Vertrauen schaffen. Das Zusammenleben in Dornbirn wird nicht durch einzelne Initiativen der Stadt, sondern durch die Beziehungen in der Bevölkerung geprägt. Speziell die Rückmeldungen in den Fokusgruppen und der Bürgerbeteiligung verweisen auf ein großes Bedürfnis nach mehr Begegnungsmöglichkeiten für längerfristige Kontakte und Beziehungen. Damit ist die gesamte Bevölkerung angesprochen. Neben der Weiterführung der Aktivitäten in den bisherigen Handlungsfeldern wird deshalb in den nächsten Jahren das Zusammenleben im Kontext zunehmender Diversität einen neuen Schwerpunkt bilden.

In der Ist-Stand-Analyse, der Onlinebefragung, den Fokusgruppen und der Bürgerbeteiligung ist ein großes Bedürfnis nach Orientierung im Umgang mit dieser Vielfalt sichtbar geworden. Die positiven Beispiele, die erzählt wurden, haben gezeigt, dass diese Orientierung am leichtesten über persönliche Erfahrungen in Form von Beziehungen gefördert werden kann. Ziel ist es deshalb, durch Begegnung, Vernetzung und Partizipation entlang von gemeinsamen Bedürfnissen im Alltag Beziehungen zu fördern und dadurch Orientierung im Umgang mit Vielfalt zu schaffen. Denn diese Vielfalt muss positiv erfahrbar und vertraut werden.


Die Erfolgsgeschichten des Zusammenlebens im Kontext von zunehmender Vielfalt, die sichtbar geworden sind, zeigen: Quelle für ein gutes Leben sind gute Beziehungen. Als Menschen brauchen wir Beziehungen, um uns orientieren und sicher fühlen zu können. Wenn wir eine Beziehung zueinander haben und miteinander in Verbindung sind, respektieren wir auch gegensätzliche Anschauungen und Lebensweisen und können mit Unterschieden umgehen. Als Brücken für neue Beziehungen im Alltag (Freizeit, Wohnen, Arbeit) können gemeinsame Bedürfnisse dienen.

Sozialkapital

Dornbirn hat erstmals im Jahre 2007 eine umfangreiche Erhebung des Engagements und des sozialen Zusammenhalts der Bürgerinnen und Bürger durch eine Sozialkapitalstudie sichtbar gemacht und im Vergleich zu anderen Städten gut dabei abgeschnitten. Unter Sozialkapital versteht man vertrauensvolle Beziehungen, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen haben und deren Fähigkeit zur Selbstorganisation, Gruppenbildung und Engagement.

Die Stadt Dornbirn beteiligt sich daher ab Herbst 2014 an der Wiederholung der landesweiten Studie zum Sozialkapital von 2002. Dies soll einerseits darstellen, wie sich das Sozialkapital bei uns seither entwickelt hat und auch die Möglichkeit zu dessen Pflege und Förderung aufzeigen.  

„Solid©ity“ 
Die Fachhochschule in Dornbirn ist Mitglied eines Netzwerkes, das von 2014 bis 2018 ein gemeinsames internationales Forschungsprojekt mit dem Titel „Solid©ity“ zum Thema Soziale Kohäsion plant. Sozialer Zusammenhalt wird als Schlüsselfaktor für gelingende Integration und Inklusion in Europa angesehen. An mindestens sechs europäischen Klein-, Mittel-und Großstädten werden Ursachen und Wirkungen dieses Zusammenhalts untersucht, darunter auch in Dornbirn. Übergreifendes Ziel ist der Vergleich von Daten am Beispiel je einer Stadt aus dem Land einer beteiligten Hochschule. Dornbirn erhält dadurch eine breite Expertise über die Güte Sozialer Kohäsion und Integration. Dadurch ist auch ein Vergleich mit anderen europäischen Städten möglich.

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